Wurmkuren - sinnvoll oder riskant?

 

Jeder Hundebesitzer ist bestrebt, für seinen Liebling nur das Beste in Erwägung zu ziehen. Daher werden oft Ratschläge zu regelmäßigen Wurmkuren befolgt um sein Tier parasitenfrei zu halten. Denn in der Tat können sie enormen Schaden anrichten. Aber wie oft sollte entwurmt werden?

 

Schätzungen zufolge sind sich 90 % aller Hundehalter hierüber nicht einig und gehen zunächst davon aus, dass es sich bei einer Wurmkur um eine Kur handelt, die dem Tier zugute kommt und schließen eine regelmäßige Wurmkur in den Gesundheitsplan des Hundes mit ein. Sie bedenken hierbei nicht, dass es sich bei der vermeintlichen "Kur" um einen Chemiecocktail aus Nervengiften handelt, der nur durch Leber und Nieren verstoffwechselt werden kann. Restsubstanzen, die nicht ausgeschieden werden können, werden im Körper und in den Organen einlagert. Dies kann auf Dauer zu einer Gefahr für den Hund werden, denn die Darmflora, die eng mit den Funktionen des Immunsystems gekoppelt ist, wird nach einer Wurmkur zunächst außer Kraft gesetzt und muss sich neu aufbauen. Dies ist für das Immunsystem mit einer großen Belastung verbunden. Die körperliche Abwehr, die auf ganz natürliche Weise in der Lage ist, einen Wurmbefall zu bekämpfen, wird immer schwächer.  

 

Eine Wurmkur kann nicht prophylaktisch wirken, das heißt dass sie unter Umständen unnötig sein kann, denn schon einen Tag nach der letzten Wurmkur kann sich der Hund neu infizieren. Ein weiteres Problem stellen Resistenzen dar, denn nicht gegen jeden Wurm hilft jedes Wurmmittel. Parasiten haben die Eigenart, sich schnell an Einflüsse anzupassen. Dies hat zur Folge, dass gängige Mittel an Wirkung verlieren, was fatal wäre, denn im Falle einer hochgradigen Verwurmung z.B. nach Krankheit eines Tieres können wirksame Mittel lebensrettend sein.

 

Da wie oben bereits erwähnt, ein Hund mit einem gesunden Immunsystem sehr gut in der Lage ist, einen normalen Parasitenbefall selber zu bekämpfen, ist zum Glück ein Wurmbefall bei Hunden relativ selten. Studien nach zu urteilen leiden erfreulicherweise nur etwa 15 % der Hunde unter akutem Parasitenbefall.

 

Wie aber kann man seinen Hund schützen? Das Mittel der Wahl ist sicher nicht, den Hund in seinem "Hundsein" einzuschränken und ihm jegliche Freiheiten absprechen, in der Natur seine Nase einzusetzen oder das zu tun, was Hund nun mal gerne tut. Die Barffütterung kann sehr gute Dienste leisten, da hierdurch der PH-Wert im Verdauungssystem in einem niedrigen (sauren) Bereich gehalten wird, was das Überleben und Vermehren der meisten Darmparasiten unmöglich macht. Die bewährteste Methode unabhängig von der Fütterung ist der Test beim Tierarzt, der mittels Kotprobe einen Befall mit Darmparasiten oder Giardien sicher aufdeckt. So kann die Notwendigkeit und Wirksamkeit einer Wurmkur gewährleistet werden, ohne der Gesundheit unnötig zu schaden.