Gesundheit des Collies

Der Collie ist eine jahrhundertealte etablierte Hunderasse, die sich besonders durch eine stabile Gesundheit auszeichnet. Insbesondere durch den vielseitigen Genpool, der immer einen Zugriff auf gesunde Linien ermöglicht, kann züchterisch auf Inzucht oder enge Linienzucht vollkommen verzichtet werden, so dass bestehende Erbkrankheiten wirksam bekämpft und neue kaum entstehen können. Dieses Monopol haben die allerwenigsten "jungen" Hunderassen.

 

Die Erbkrankheiten CEA und MDR1 sind im Focus eines jeden Colliehalters oder denen, die es werden wollen, da sie als rassetypisch gelten. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um sinngemäße Krankheiten, die mit einer Verschlimmerung oder einem Krankheitsausbruch gekennzeichnet sind, sondern um genetische Anomalien (siehe unter Erbkrankheiten). Alle weiteren Erbkrankheiten, die der erfahrene Colliezüchter in seiner Zuchtauslese berücksichtigt, sind nicht rassespezifisch sondern kommen in der gleichen Häufigkeit bei allen anderen Hunderassen ebenfalls vor.

 

Viele Modehundrassen zeigen überzuchtbedingte körperliche Versehrtheiten z.B. brachycephales Syndrom, die aufgrund der genetischen Veranlagung in Rassestandard und Zuchtbewertung Berücksichtigung finden müssen. Um so erfreulicher ist, dass es sich beim Collie um einen robusten Hund mit erfrischend guter körperlicher und mentale Anlage handelt. Auch Hüft- und Ellbogendysplasien sowie andere Erkrankungen des Bewegungssystems sind durch sorgfältige Selektion selten geworden.

 

  

- Erbkrankheiten der Hütehunde:

 

  • MDR1 (multidrugresistance oder Medikamentenunverträglichkeit) ist ein genetischer Defekt der Blut-Hirn-Schranke, die ein ungefiltertes Passieren von Giftstoffen ins Gehirn verhindern soll. Antiparasitika (Ivermectin und verwandte Medikamente) können im schlimmsten Fall fatale Vergiftungen verursachen. Weitere Medikamente stehen ebenfalls in Verdacht, Nebenwirkungen zu verursachen. Jedoch ist MDR1 der medizinischen Wissenschaft seit Jahren bekannt, so dass genügend Ausweichmedikamente für diese Rassen zur Verfügung stehen. Für betroffene Hunde mit bekanntem Genstatus besteht daher keine Gefahr. Es handelt sich nicht um eine typische Krankheit, die mit einem Krankheitswert oder einer Verschlimmerung einhergeht. Auch bleiben Lebenserwartung und Lebensqualität betroffener Hunde unbeeinflusst. Um jedes Risiko zu umgehen, sollte der Genstatus durch einen entsprechenden Test bestimmt werden. So besteht Gewissheit, welche Medikamente zum Einsatz kommen dürfen. Dieser kann durch den Tierarzt oder das Veterinärlabor durchgeführt werden. 

  • CEA (Collie eye anomalie) ist eine Anomalie, die die Blutgefäße des Augenhintergrundes betrifft. Sie wird in unterschiedlichen Ausprägungsgraden beschrieben, wobei der stärkste Grad geeignet ist, Netzhautschäden zu verursachen. In den weiteren Fällen handelt es sich um eine Anomalie ohne Krankheitswert, die sich zeitlebens nicht verändert oder verschlimmert. Auch hier wird die Lebensqualität des Hundes nicht beeinflusst. Da der Hintergrund des Auges betroffen ist, ist sie optisch nicht erkennbar.

- Erbkrankheiten aller Hunderassen:

  • DM (degenerative Myelopathie) ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die überwiegend große Hunderassen betrifft und oft mit dem Deutschen Schäferhund in Zusammenhang gebracht wird. Hierbei kommt es zur Zerstörung des Rückenmarks durch den Abbau von Myelin (Zellmembran des Rückenmarks). Diese Krankheit nimmt einen schleichenden aber schmerzlosen Verlauf und beginnt meistens ab dem fortgeschrittenen Alter des Hundes. Zu Anfang werden unkoordinierte Bewegungen mit Ataxie und Störung der Eigenwahrnehmung beobachtet, die Folge ist die Lähmung der Hinterhand.

  • HUU (Hyperuricosurie) ist eine Erkrankung durch übermäßige Ausscheidung von Harnsäure. Betroffene Hunde leiden an einer Anfälligkeit für Blasensteine.

  • PRA (progressive Retina Atrophie) beschreibt ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut. Der Verlauf ist schleichend und beginnt meistens mit Nachtblindheit, später auch am Tag Unsicherheit. Im späteren Verlauf Katarakt durch Linsentrübung. Die Folge ist die Erblindung beider Augen. 

 

 

(+/+) Weder väter- noch mütterlicherseits existiert eine Erbinformation des defekten Gens. Der Hund ist nicht betroffen und kann sie nicht an seine Nachkommen weitergeben. (Non-Carrier)

(+/-) Es liegt väter- oder mütterlicherseits eine defekte Erbanlage vor. Der Hund wird nicht erkranken, könnte aber die defekte Anlage an seine Nachkommen weitergeben. (Carrier)

(-/-) Es liegt väter- und mütterlicherseits je eine Information des defekten Gens vor. Der Hund ist betroffen und gibt eine defekte Anlage an seine Nachkommen weiter. (Affected).