Viele wissen es, manche haben es geahnt oder wollen es nicht wahrhaben. Aber der Hund ist tatsächlich ein Fleischfresser. Während die Menschheit ohne nennenswerte gesundheitliche Einbußen auf Fleisch verzichten könnte, ist es für Hunde unentbehrlich. Gesunde Hunde fressen es für ihr Leben gern, denn sie lassen sich von ihren Instinkten nicht täuschen. Sie wissen, dass es alles enthält, was sie für ihre Gesundheit brauchen.

 

Natürlich enthalten moderne Industriefuttersorten auch "tierische Nebenerzeugnisse", aber diese machen oft gerade mal 5 % des Inhalts aus. Der Großteil des Inhalts besteht aus kostengünstigen Zusatzstoffen, die als Füllstoffe eingesetzt werden, um dem Hund ein Sättigungsgefühl zu bescheren und die Menge zu erhöhen. Was unter tierischen Nebenerzeugnissen gemeint ist, ist selbsterklärend aber mitunter können auch Produkte aus der Tierkörperbeseitigung und Klärschlamm in gemahlener Form ihren Weg in die Futtermittelindustrie finden. Weiter kommen Getreide, industriell angefallene Abfallprodukte wie Pflanzenfasern, Zellulose und Abfallfette aus dem Fastfood zum Einsatz.

 

Allerdings steht Getreide nicht auf dem Futterplan eines Hundes, daher ruft die kohlenhydratreiche Ernährung bei Hunden die gleichen Zivilisationskrankheiten (Fettleibigkeit, Stoffwechselstörungen, Allergien) wie beim Menschen hervor und dies ist kein moderner Wandel der Zeit, denn diese Krankheiten sind vor Erfindung des Industriefutters bei Hunden kaum aufgetreten.

 

Die Grundmasse des Futters (keimtötend abgekocht und gemahlen) kann nach Wunsch eingefärbt werden, bevor die hübschen braunen Kügelchen entstehen. Vorher wurden alle für den Hund lebensnotwendigen Stoffe in chemischer Form zugefügt und das Aroma beliebig  bearbeitet, von Wildlachs über Perlhuhn und Hirsch bis zu Pansen und Pekingente. Dieser Chemiecocktail zaubert dem Kot eine gesunde Farbe und Konsistenz auf, lässt Welpen rasanter wachsen oder erleichtert futtermäkeligen Hunden durch Appetitanreger das Fressen. Ein moderner Alleskönner, der sämtliche Bedürfnisse des bequemen Hundehalters von heute abdeckt. 

 

Chemische Konservierungsstoffe machen die Masse über Jahre haltbar. Die Angabe „ohne Zusatz von Konservierungsstoffen" heißt nicht, dass keine enthalten sind, sondern dass sie im letzten Bearbeitungsschritt nicht mehr zugefügt werden mussten, weil sie in der Grundmasse bereits enthalten waren. Dies müssen sie auch, denn für ein zeitgerechtes Futter ist natürlich eine lange Haltbarkeit erwünscht. Ein hübsches und farbenfrohes Tütchen voller Chemie und leerer Versprechungen. 

 

Die Angaben auf der Verpackung lassen keinen Rückschluss über die tatsächlichen Inhaltsstoffe und deren Herkunft zu. Auch dürfen viele Stoffe, die in der Humanernährung nicht zugelassen sind, weil sie allergie- oder krebserzeugend sind, im Hundefutter in beliebiger Menge eingesetzt werden, denn sie sind nicht kennzeichnungspflichtig. Ebensowenig wie das Tiermehl der Marken, die mit einem hohen Fleischanteil werben.

 

Hundehalter, dessen Schutzlinge übergewichtig oder allergiegeplagt sind, antriebsschwach, hyperaktiv oder überdreht oder unter Juckreiz, Zahnstein, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Hautausschlägen, Durchfall oder Tumoren leiden, müssen viel Geld in den Tierarzt investieren, der sie mit dem praxiseigenen medizinischen Futter ausstattet, gegen jede Krankheit gibt's die passende Chemie. Immer mehr Hundehalter verlieren das Vertrauen in die Futtermittelindustrie und beginnen die Nahrung ihres Hundes selbst zusammenzustellen, denn nur so wissen sie was im Napf ihres Lieblings landet. 

 

Die Rohfütterung (Barf) oder neudeutsch (Frankenprey) ist eine Anlehnung an die natürliche Ernährung des wildlebenden Hundes. Hierbei erhält der Hund im Idealfall 70 % seiner täglichen Nahrung in Form von rohem Fleisch, Eier (mit Schale), Innereien, Fisch, Milchprodukten oder Knochen und 30 % in Gemüse, Früchten, Nüssen, Hülsenfrüchten und hochwertigen  Omega3-Ölen wie Dorschöl, Lebertran oder Leinöl. Kartoffeln, Brot, Reis oder andere Getreidearten dürfen vereinzelt in die Ernährung mit einfließen, sollten aber nicht den Hauptbestandteil des Futters ausmachen. Unter rohes Fleisch fallen unterschiedliche Tierprodukte von Rind, Geflügel, Wild oder Pferd (kein Schwein) wie Hähnchen- und Putenhälse, Haut, Sehnen, Blut, Innereien, Knorpel, Fleischknochen, Blättermagen und Pansen usw. Gemüse sollte fein püriert oder gekocht sein. Als tägliche Futtermenge sind je nach Temperament oder Alter des Hundes 2 - 3 % des Körpergewichtes vollkommen  ausreichend.

Beispiel: Collie, 20 kg, 2 % = 400 g Futter. Hiervon 280 g Fleisch (wahlweise) und 120 g Gemüse (wahlweise) mit Öl. Nach Belieben oder bei Bedarf können unterschiedliche Kräuter, ein paar Teelöffel Blut oder Kalk, z.B. gemahlene Eierschalen das Menü ergänzen.

 

Auch wird es immer Kritiker geben die behaupten, Barf sei einseitig und gewährleiste nicht die Ausgewogenheit jeder Mahlzeit. Aber bei diesem reichhaltig gedeckten Tisch ist eine einseitige Ernährung ziemlich ausgeschlossen, denn die Ausgewogenheit ergibt sich im Wechsel der Lebensmittel über einen Zeitraum mehrerer Wochen. Auch bei Menschen ist das nicht anders. Wer berechnet schon täglich seinen Nährstoffbedarf oder den seiner Kinder? Die Ernährung eines Hundes ist genauso wenig eine Wissenschaft wie die eines Kindes. Unsere Haushunde wurden bereits vor der Erfindung des Industriefutters ausgewogen ernährt, denn viele Hundekrankheiten, die heute den Tierärzten den Lebensunterhalt gewährleisten, waren zu jener Zeit noch nicht bekannt.