Ernährung

 

 

 

 

Viele wissen es, manche haben es bereits geahnt, andere wollen es nicht wahrhaben. Aber es stimmt:  Der Hund ist tatsächlich ein Fleischfresser! Seine Abstammung zeugt von der eines fleischfressenden Raubtieres und sie

wird es immer tun. Während die Menschheit ohne nennenswerte gesundheitliche Einbußen auf Fleisch verzichten könnte, ist es für Hunde unentbehrlich. Wem die Körpersprache des Hundes nicht völlig fremd ist, weiß wie gern sie es fressen. Sie lassen sich von ihren Instinkten nicht täuschen, denn sie wissen, dass es alles enthält, was sie für ihre Gesundheit brauchen. Selbst dem letzten Zweifler würde ein Licht aufgehen, wenn er sich die Mühe machen würde, das Gebiss eines Hundes mit dem eines Menschen kritisch zu vergleichen.

  

Natürlich enthalten moderne Industriefuttersorten auch Fleisch oder zumindest "tierische Nebenerzeugnisse", aber diese machen oft gerade mal 5 % des Gesamtinhalts aus, also kaum der Rede wert. Der Löwenanteil des Inhalts fällt auf Getreide, industriell anfallende pflanzliche Abfallprodukte wie Pflanzenfasern oder Zellulose und Abfallfette aus der Fastfoodindustrie. Leider bleibt die Vitalität der Hunde auf Dauer auf der Strecke. Diese Futterzusammensetzung würde sich prima für Legehennen eignen, nur nicht für Hunde. Getreide ist kein Hundefutter und es sollte nicht der Hauptbestandteil der Ernährung sein. Es ist ein Kohlenhydratträger, also Stärke bzw. Zucker. Hinreichend bekannt sind mittlerweile Zivilisationskrankheiten jener Menschen, die mit Fastfood Unmengen Zucker und gesättigte Fettsäuren in Kauf nehmen und es ist kein moderner Wandel der Zeit, dass viele Hunde heute von den gleichen Krankheiten heimgesucht werden, die vor 50 Jahren bei Hunden kaum aufgetreten sind.  

 

Die Grundmasse des Futters, bevor sie zu hübschen braunen Kügelchen gepresst wird, wird keimtötend abgekocht, getrocknet, gemahlen und nach Wunsch eingefärbt. Sie kann  nicht nur wunderbar mit künstlichen Sattmachern gestreckt werden um die Menge zu erhöhen, sondern es können auch alle für den Hund lebensnotwenigen Stoffe in chemischer Form zugefügt werden, da sie in der Grundmasse natürlich nicht mehr enthalten sind. Diese Astronautenkost ist geschmacksneutral und keinen Hund der Welt könnte man dazu bewegen sie zu fressen, aber zum Glück gibt´s Geschmacksverstärker in allen Geschmacksrichtungen, von Wildlachs über Perlhuhn und Hirsch bis zu Pansen und Pekingente um sie dem Hund schmackhaft zu machen. Aber der Chemiecocktail kann noch mehr; er kann dem Kot eine gesunde Farbe und Konsistenz aufzaubern, Welpen rasanter wachsen lassen oder futtermäkeligen Hunden durch Appetitanreger das Fressen erleichtern. Ein hochmoderner Alleskönner, der sämtliche Bedürfnisse des bequemen Hundehalters von heute auf einmal abdeckt.

  

Auf keinen Fall zu vergessen sind chemische Konservierungsstoffe, ohne die die Masse niemals über Jahre haltbar gemacht werden könnte. Natürlich steht auf der bunten Verpackung "ohne Zusatz von Konservierungsstoffen" als Werbung, dies liest sich gut, soll jedoch nur heißen, dass im letzten Bearbeitungsschritt, nämlich dem Verpacken, keine Konservierungsstoffe mehr zugefügt werden mussten, weil sie in der Grundmasse bereits enthalten waren. Dies dürfen und müssen sie sogar, denn für ein zeitgerechtes Futter ist natürlich eine lange Haltbarkeit erwünscht. Ein hübsches und farbenfrohes Tütchen voller Chemie und leerer Versprechungen.

 

Die Zahl der rohfütternden Hundehalter steigt ständig. Aber die Futtermittelindustrie hält  kräftig dagegen und bringt Futtersorten mit bis zu 80 % Fleisch auf den Markt. Natürlich muss auch dieses reichlich Konservierungsstoffe für eine lange Haltbarkeit enthalten. Aus welchen Quellen das Tiermehl dieser 80 % kommen, ist ebenfalls nicht deklarationspflichtig. Immer mehr Hundehalter stolpern über die aussageschwachen Inhaltsangaben der Verpackungen, die keinen Aufschluss über die tatsächlichen Inhaltstoffe und deren Herkunft zulassen. 

 

Hundehalter, dessen Schützlinge übergewichtig oder allergiegeplagt sind, antriebsschwach, hyperaktiv oder überdreht oder unter Juckreiz, Zahnstein, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Hautausschlägen, Durchfall oder Tumoren leiden, müssen viel Geld in den Tierarzt investieren, der sie schließlich mit einem noch moderneren medizinischen Hochleistungsfutter ausstattet, denn gegen jede Krankheit gibt's die passende Chemie. Viele dieser Hundehalter sehen früher oder später den letzten Ausweg darin, sich vom industriellen Fertigfutter zu verabschieden um die Ernährung ihres Hundes selbst zusammenzustellen. Dies ist auch nötig, wenn man die Gewissheit über die Zutaten und Herkunft eines Futters möchte, das gehaltvoll und verwertbar, aber frei von Chemie sein soll. Denn leider werden viele Stoffe, die als allergie- oder krebserzeugend gelten und daher in der Kinder- und Humanernährung nicht zugelassen sind, im Hundefutter in beliebiger Menge eingesetzt, denn sie sind nicht kennzeichnungspflichtig, müssen also in der Inhaltsangabe der Verpackung nicht auftauchen.

 

Die Rohfütterung "Barf" oder neudeutsch "Frankenprey" ist eine Anlehnung an die natürliche Ernährung des wildlebenden Hundes. Hierbei erhält der Hund 70 % seiner täglichen Nahrung in Form von rohem Fleisch, Eier, Innereien, Fisch, Milchprodukten oder Knochen und 30 % in Gemüse, Früchten, Beeren, wertvollen Ölen, Kräutern, Nüssen oder Hülsenfrüchten. Natürlich dürfen auch Kartoffeln, Brot, Reis oder andere Getreidearten in die Ernährung mit einfließen. 

 

Entgegen jener Stimmen die behaupten, Barf sei einseitig und gewährleiste nicht die Ausgewogenheit jeder Mahlzeit, ist bei diesem reichhaltig gedeckten Tisch eine einseitige Ernährung so gut wie ausgeschlossen, denn die Ausgewogenheit ergibt sich im Wechsel der Lebensmittel über einen Zeitraum mehrerer Wochen. Auch bei  Menschen verhält es sich nicht anders, denn wer berechnet täglich seinen Nährstoffbedarf? Futterhersteller werben zwar gern damit, trotzdem sind sie nicht fähig, den Bedarf eines Hundes besser als der Halter zu kennen. Besonders Leute, die ein zweifelhaftes Verhältnis zu Fastfood, Zucker & Co haben und ihre Kinder ohne ein schlechtes Gewissen mit hausgemachter Kost ernähren, haben bei ihrem Vierbeiner gerade hierbei die größten Zweifel an der Ausgewogenheit und greifen zum Tütenfastfood. Aber die Ernährung eines Hundes ist genauso wenig eine Wissenschaft wie die Ernährung eines Kindes, denn die Natur hat den Hund ebenso wenig wie den Menschen vergessen. Barf ist nicht neu - Hundeernährung fand schon vor der Erfindung des Industriefutters statt.

 

Unterbringung, Logistik und Bereitstellen des Futters sind zwar zeitaufwändiger als das Öffnen einer Futtertüte, aber vom Preisleistungsverhältnis her liegt die Rohfütterung eindeutig vorn.

 

Um sich zu informieren, gibt's viel Lektüre als Buch oder per Internet, Barfseminare, Tierheilpraktiker, Barfshops oder man lernt von erfahrenen Hundehaltern, die bereits beste Gesundheitserfolge ihrer Hunde erzielt haben. Ein gesundes, chemiefreies Leben des Hundes ist die Mühe wert.