Die Entstehungsgeschichte des Collies reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Welche Rassen neben den Hunden der Römer und der Kelten an seiner Entstehung beteiligt waren, wird sich nicht mehr vollends klären lassen. Natürlich gibt's auch hier viele Theorien.

 

 

In Schottland entstand im 17. Jahrhundert durch Kreuzung unterschiedlicher Arbeitshunde eine Rasse, die durch ihre Intelligenz und Vielseitigkeit ein unentbehrlicher Helfer der Farmer und Bauern wurde. Die unendlichen Weiten der schottischen Highlands forderten diesem Arbeitshund bei seiner Hütearbeit einiges ab. 

 

Er musste nicht nur robust sein und der rauen Witterung trotzen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, tagelang ohne Hundeführer selbständig zu hüten und eigenständig Entscheidungen im Sinne der ihm anvertrauten Schafherden treffen. Er selektierte verletzte Tiere aus der Herde, schützte sie vor Gefahren und bewahrte sie vor Unfällen in den meilenweiten unberechenbaren Gebieten Schottlands.

 

Farmcollie um 1900
Farmcollie um 1900

Besonders erstaunlich war seine Fähigkeit der selbständigen Problemlösung durch logische Denkansätze wie das Sichern defekter Zäune oder die Unfallvermeidung der Schafe durch Einschätzen der Gefahr. Das Talent dieser Farmhunde machte sie über weite Teile des Landes bekannt. Der Bezug zu den damaligen Colley-Schafen brachte ihnen den Namen Colley-Dogs ein, woraus die Rassebezeichnung Collie entstand.

 

Aus diesem Farmcollie sind im Laufe der Jahrhunderte der britische Langhaarcollie entstanden, dessen Zuchtziel eine angenehme Optik und ein lieblicher Charakter sein sollte und der Bordercollie, dessen Zucht zur Erhaltung und Perfektionierung der Hüteeigenschaften dienten. Im Gegensatz zum Langhaarcollie stand beim Bordercollie die optische Erscheinung nicht im Vordergrund, daher kommt er in unterschiedlichen Größen, Farben und Fellstrukturen vor. Auch sämtliche Shepherd-Rassen, Kelpie, Cattledog, MC Nab und Welch Corgi haben Verwandschaft, entstanden jedoch unter dem Einfluss weiterer Rassen. 

 

In Amerika bemühen sich unterschiedliche Verbände, den Farmcollie oder Old Scotch Collie als Rasse zu erhalten und alte Linien zu schützen. Aber eine Rekonstruktion der Rasse aus verbliebenen Linien ist kaum möglich, daher bleibt nur die Rückzüchtung. Kreuzungen unterschiedlicher Collierassen werden daher als Farmcollie bezeichnet. Auch in Deutschland hat er sich einen Namen gemacht und erfreut sich seiner Vielseitigkeit wegen großer Beliebtheit. Mittlerweile gibt es viele Zuchtverbände, die sich für ein Wiederaufleben des Retro-Collies einsetzen.

 

 

 

Farmcollie: Vintage im Trend

 

Durch selektive Zucht sind dem Langhaarcollie weitestgehend die ursprünglichen Arbeitstalente abhanden gekommen, ebenso wie reinen Arbeitshunden wie z. B. dem Bordercollie  häufig Ausgeglichenheit und Loyalität fehlt. Collie/Collie-Kreuzungen werden als Farmcollie bezeichnet, weil ihr Ursprung  dem historischen Collie sehr nahe kommt. Diese Hunde gelten als besonders vielseitig, da sie die Eigenschaften des Arbeitshundes  mit   positiven Charaktermerkmalen anderer Collierassen  vereinen und daher wesentlich umgänglicher sind als reine Arbeitshunde. 

 

Der Farmcollie ist ein sportlicher Hütehund in harmonischer Eleganz zwischen 55 und 65 cm und mittellangem pflegeleichten Haarkleid. Er zeichnet sich durch seine Leichtführigkeit aus und eignet sich nicht nur als Sport- oder Arbeitshund, sondern auch als Familienhund. Ein Hund mit einem freundlich zugänglichen Wesen, der über Bewegungsfreude verfügt, ohne überdreht zu sein. Hierdurch bietet er eine Alternative für jene, die sich einen sportlichen Hund wünschen, einem Bordercollie  aber nicht gerecht werden können oder möchten.

 

Obwohl diese Crossbreeder als Rasse nicht anerkannt sind, bescheinigt ihnen ihre unverkennbare Herkunft die Rassezugehörigkeit des Collies.